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Space Tech Expo Europe
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Europas Versammlungsort für Geschäfte, Technik und Innovation im Bereich Raumfahrt.
19.11.2019 - 21.11.2019
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Gotthard: «Signal gut» im längsten Tunnel der Welt

Gotthard: «Signal gut» im längsten Tunnel der Welt
Mit 57 Kilometern ist er der längste Tunnel der Welt: Der neue Gotthard-Basistunnel im Herzen der Schweizer Alpen. Nach elf Jahren Bauzeit fand am 15. Oktober 2010 kurz nach 14.00 Uhr der Durchbruch im Berg statt. Ein historisches Ereignis, welches das Schweizer Fernsehen mit der über siebenstündigen Livesendung «Durchschlag live» würdigte. Möglich machten dies Fiberoptikkabel von HUBER+SUHNER.

Europa rückt zusammen: Dank dem neuen Gotthard-Basistunnel werden die Zugpassagiere ab 2017 nicht mehr in einer Stunde, sondern in nur 17 Minuten von Erstfeld auf der Alpennordseite nach Bodio auf der Südseite reisen. Die Züge werden mit 250 Stundenkilometern im Tunnel verkehren. Während elf Jahren arbeiteten rund 2600 Menschen an dem Jahrhundertbauwerk, das bis zu 2500 Meter tief unter der Erdoberfläche verläuft.
 
Sieben Stunden live aus dem Berg
Der Durchschlag des 57 Kilometer langen Tunnels erfolgte am 15. Oktober 2010 – ein historischer Tag, den das Schweizer Fernsehen mit einer sehr aufwändigen, siebenstündigen Live-Sendung aus dem Berg würdigte. Monatelange Vorbereitung war nötig und am Tag der Übertragung standen mehr als 100 Personen für das Schweizer Fernsehen im Einsatz. Zehn Moderatoren und Moderatorinnen  meldeten sich von allen wichtigen Schauplätzen. Sie waren live an der Tunnelbrust, tief unter der Erdoberfläche, wo 200 auserlesene Gäste den Durchschlag erwarteten. Sie waren auch mit den Mineuren auf der Tunnelbohrmaschine dabei, als das riesige Ungetüm seine Fahrt aufnahm, um von der Südseite her die letzten Meter Fels zu durchschlagen. Dazu lieferte die Sondersendung zahlreiche Hintergründe zum Bau des Weltrekordtunnels, zur politischen Geschichte der Neat und zu ihren Finanzen. Das Interesse an dem Ereignis war riesig, auch international. In Luxemburg unterbrachen die EU-Verkehrsminister sogar ihre Tagung, um den historischen Durchschlag live am Schweizer Fernsehen mitzuverfolgen.
 
Extrembedingungen für ein Kabel
Bei der Übertragung durfte absolut nichts schief gehen. «Da das Schweizer Fernsehen Topbilder in HD-Qualität tief aus dem Berginnern liefern wollte, war der technische Aufwand enorm und stellte uns vor riesige Herausforderungen», sagt Kurt Schwaller, Projektleiter der Produktionsfirma TPC. Um die grossen Datenmengen zu übertragen, waren robuste und stabile Fiberoptikkabel gefragt, die in der hohen Luftfeuchtigkeit, der Nässe und dem steinigen Untergrund im Berg über viele Kilometer verlegt werden mussten. Hinzu kam der 800 Meter tiefe Zugangsschacht, in dem die Kabel freihängend installiert werden mussten und darum sehr hohen Zugbelastungen ausgesetzt waren. Bedingungen, unter denen normale Leitungen nicht mehr funktionieren.
 
Über 16 Kilometer Fiberoptikkabel
HUBER+SUHNER bot die Lösung: Spezielle, massgeschneiderte Fiberoptikkabelsysteme des Typs MASTERLINE, die mechanisch äusserst robust sind und auch die hohen Anforderungen betreffend Zugfestigkeit erfüllen. Das Unternehmen produzierte für die Gotthard-Sondersendung über 16 Kilometer der 24-fasrigen MASTERLINE-Fiberoptikkabel. Vom Übertragungswagen in Sedrun wurde ein Kabel über 1.2 Kilometer an der Oberfläche bis zum Zugangsschacht geführt. Von dort ging es 800 Meter senkrecht und freihängend in den Berg hinein, dann nochmals 3.5 Kilometer bis zur Durchbruchstelle im Tunnel. Im Berg wurden jeweils zwei Kabel parallel verlegt – das zweite als Backup, sollte die erste Verbindung bei der Übertragung ausfallen. Soweit kam es aber nicht. Einen Teil der Kabelsysteme lieferte HUBER+SUHNER auf zwei Meter grossen Spulen an. Für die Verlegung im Schacht waren kleinere Spulen nötig – sie hätten sonst gar nicht in den Lift gepasst. Die MASTERLINE-Kabelsysteme waren fertig konfektioniert und mit wasser- und staubdichten E-2000-Verbindern bestückt. So entstand bei der Installation kein Aufwand zum Spleissen der Kabel, denn sie mussten nur in Boxen gesteckt werden.
 
Dank HUBER+SUHNER in die ganze Welt

Alle Einheiten des Schweizer Fernsehens griffen bei ihrer Berichterstattung allein auf diese Fiberoptikkabel von HUBER+SUHNER zurück. Diese hielten den enormen Belastungen zuverlässig stand und ermöglichten, dass die Bilder vom Weltereignis tief im Gotthard live in die ganze Welt übertragen werden konnten.