Ein Hip-Hop-Festival als Bühne für die Talente von morgen
Verfasst von
Anja Kroll
People and Culture Communication Lead
Wenn Menschen an ein Technologieunternehmen denken, kommt ihnen ein Hip-Hop-Festival wahrscheinlich nicht als erstes in den Sinn. Doch diesen Sommer schloss sich HUBER+SUHNER mit dem Schweizer Industrieverband Swissmem und drei weiteren Industrieunternehmen zusammen, um Technik und Karrierewege an eines der grössten Jugendevents Europas zu bringen: das Openair Frauenfeld.
Die Initiative mit dem Namen tecindustry goes OAF wurde ins Leben gerufen, um junge Menschen für Berufe in den Bereichen Technologie, Ingenieurwesen und Industrie zu begeistern. Da die meisten Festivalbesuchenden zwischen 16 und 26 Jahre alt sind, bot der Event die perfekte Gelegenheit, mit der Generation in Kontakt zu treten, die die Arbeitswelt von morgen prägen wird. Während Unternehmen weltweit zunehmend um qualifizierte Fachkräfte konkurrieren, suchen sie nach neuen Wegen, junge Zielgruppen anzusprechen. Indem die Initiative die Generation Z dort abholte, wo sie Zeit verbringt, und Technologie in einem unerwarteten Umfeld erlebbar machte, wollten wir Neugier wecken und Gespräche über zukünftige Karrierechancen anstossen.
Das HUBER+SUHNER Racing-Team
Unser Racing-Team, massgeblich aus Lernenden verschiedener Berufsrichtungen bestehend, entwickelte und baute speziell für die Veranstaltung ferngesteuerte Elektrofahrzeuge. Über mehrere Monate hinweg übernahmen die Lernenden die Verantwortung für den gesamten Entwicklungsprozess, von der Ideenfindung und dem CAD-Design über den 3D-Druck bis hin zur Montage und den Tests.
Das Projekt vermittelte praxisnahe Erfahrungen in den Bereichen Ingenieurwesen, Fertigung, Problemlösung und Teamarbeit und gab den Beteiligten gleichzeitig die Möglichkeit, ein reales Projekt von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt eigenverantwortlich umzusetzen. Zudem zeigte es, wie praxisorientiertes Lernen dazu beitragen kann, die Fähigkeiten zu entwickeln, die für eine erfolgreiche Karriere in der Technologiebranche benötigt werden.
Technologie spielerisch erlebbar machen
Im Mittelpunkt des Erlebnisses stand die TecStage, eine interaktive Plattform, die Technologie greifbar und erlebbar machte. Dort traten unsere eigens entwickelten Vehikel gegen andere teilnehmende Vehikel und Teams der Tech-Industrie an. Die Festivalbesuchenden waren jedoch keineswegs passiv. Sie konnten die Fahrzeuge selbst steuern und auf einer eigens dafür gebauten Rennstrecke gegeneinander antreten. So erlebten sie aus erster Hand, wie Kreativität, Innovation und Ingenieurskunst in technischen Berufen zusammenkommen.
Die Resonanz übertraf die Erwartungen. 650 Personen nahmen während des Festivals an über 120 Rennen teil. Die hohe Beteiligung schuf zahlreiche Gelegenheiten, mit jungen Menschen über Technologie, Berufsbildung und Karrieremöglichkeiten ins Gespräch zu kommen. Eine der grössten Stärken der Initiative war die aktive Rolle der Lernenden im Projekt. Während der dreitägigen Veranstaltung waren 15 Mitarbeitende von HUBER+SUHNER vor Ort, darunter viele Lernende, die persönliche Einblicke in ihre Ausbildung und ihren bisherigen Berufsweg gaben. Die Besuchenden konnten direkt mit jungen Menschen sprechen, die bereits im technischen Umfeld arbeiten und an realen Projekten mitwirken. Dadurch wurden technische Berufe greifbarer, verständlicher und für viele erstmals als mögliche Karriereoption erlebbar.
Die Talente von Morgen erkennen und fördern
Die Förderung von Nachwuchstalenten ist uns ein zentrales Anliegen. Weltweit bieten wir Lernenden, Praktikantinnen und Praktikanten sowie jungen Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern vielfältige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten. Damit unterstützen wir die nächste Generation von technischen Fachkräften und Business Professionals. Bei Initiativen wie tecindustry goes OAF geht es jedoch um mehr als reine Rekrutierung. Ziel ist es, das Bewusstsein für die vielfältigen Möglichkeiten in der Technologie- und Industriebranche zu stärken und jungen Menschen Karrierewege aufzuzeigen, die sie bisher vielleicht noch nicht in Betracht gezogen haben. Dies ist besonders wichtig, da die Technologiebranche darum bemüht ist, einen breiten Talentpool zu gewinnen und mehr junge Menschen für MINT-Berufe zu begeistern. Wer frühzeitig Einblicke erhält, kann fundiertere Entscheidungen über Ausbildung, Studium und berufliche Zukunft treffen. Klassische Berufsmessen und Schulbesuche bleiben dabei wichtige Instrumente. Projekte wie tecindustry goes OAF zeigen jedoch, wie wertvoll es sein kann, junge Menschen in ihrem gewohnten Umfeld anzusprechen.
Indem die Initiative von Swissmem bewusst neue Wege ausserhalb traditioneller Rekrutierungskanäle beschritten hat, entstanden authentische Begegnungen auf dem Festivalgelände. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Technologie kreativ, gemeinschaftlich und unterhaltsam sein kann. Die Besucherinnen und Besucher konnten erleben, wie technische Fähigkeiten dazu beitragen, reale Herausforderungen zu lösen und die vernetzte Welt von morgen mitzugestalten.
Für uns bot die Teilnahme am Projekt eine aussergewöhnliche Gelegenheit, Teamgeist und Anspruch erlebbar zu machen: Menschen, Orte und Technologien miteinander zu verbinden und gleichzeitig die nächste Generation von Innovatorinnen und Innovatoren zu inspirieren. Die positive Resonanz zeigt, dass unkonventionelle Ansätze in der Talentgewinnung und Nachwuchsförderung eine nachhaltige Wirkung entfalten können. Manchmal findet man die Ingenieurinnen und Ingenieure von morgen nicht im Klassenzimmer oder auf einer Karrieremesse, sondern mitten auf einem Musikfestival.