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Bahnbetreiber für einen zuverlässigen Übergang von GSM-R zu FRMCS rüsten


Verfasst von 

Stefan Erker

Vice President RailCom SBD & Solution Engineering

Das kommende Future Railway Mobile Communications System (FRMCS) wird die Kommunikation im Bahnverkehr grundlegend verändern, indem es das veraltete, auf Sprachübertragung basierende GSM-R durch eine moderne, 5G-basierte digitale Plattform ersetzt. 


Circa 80 % der Bahnbetreiber haben bereits mit der Umstellung auf FRMCS begonnen - sei es durch Pilotprojekte, Planung oder die Festlegung geeigneter Zeitpläne. Wenn die Branche den Wandel einmal vollständig vollzogen hat, rechnen Betreiber mit effizienteren Abläufen, einer höheren Kapazitätsauslastung sowie verbesserten Sicherheitsfunktionen und einem klaren Umsatzwachstum. Um diesen Übergang jedoch effektiv und nahtlos gestalten zu können, benötigen sie die Unterstützung erfahrener Lösungsanbieter wie HUBER+SUHNER.

Wie wird FRMCS die Bahnkommunikation jenseits von GSM-R verändern?


Während GSM-R in erster Linie für Sprachanrufe zwischen Lokführer und Fahrdienstleiter ausgelegt war, ermöglicht FRMCS einen breitbandigen Datenaustausch mit niedriger Latenz im gesamten Ökosystem der Bahn. Die Technologie ermöglicht Zugtelemetrie in Echtzeit, umfassendere Diagnosen sowie eine kontinuierliche Zustandsüberwachung – und trägt gleichzeitig zur Steigerung der Kapazität, zur Verbesserung der Pünktlichkeit und zur Unterstützung des automatisierten Bahnbetriebs bei. 


Über die Leistungsfähigkeit hinaus führt FRMCS auch eine flexible, zukunftssichere Architektur auf Basis offener Standards ein, sodass Bahnbetreiber in der Lage sind, neue Anwendungen, Sensoren und Sicherheitssysteme einfach zu integrieren, ohne durch proprietäre GSM-R-Systeme eingeschränkt zu sein. Ferner unterstützt FRMCS einsatzkritische Dienste, indem es eine sichere Sprach- und Videokommunikation sowie Datenübertragung in einem einzigen Netzwerk ermöglicht und so effizientere und sicherere Bahnnetze schafft. 


FRMCS transform rail communications

Wie bereiten sich Betreiber derzeit auf FRMCS vor?


Bahnbetreiber bereiten sich derzeit auf FRMCS vor, indem sie ihre Glasfaser-Backbones aufrüsten, Multiband-Antennen installieren und 5G-basierte, einsatzkritische Dienste testen – und gleichzeitig die passive Infrastruktur modernisieren, um höhere Datenmengen und geringere Latenzanforderungen bewältigen zu können.


Dennoch sind 91 % der Bahnunternehmen auch heute noch auf GSM-R angewiesen, und die Technologie wird weiterhin auf über 140.000 Streckenkilometern in ganz Europa eingesetzt. Das bedeutet, dass nahezu die gesamte Branche umstellen muss, bevor die Technologie im Jahr 2035 nicht mehr unterstützt wird. Erschwerend kommt hinzu, dass mehrere Länder derzeit nach wie vor GSM-R einführen. 


Wenn diese Länder mit den Anforderungen des modernen Bahnverkehrs Schritt halten wollen, werden sie auf Übergangslösungen angewiesen sein, die den Parallelbetrieb von GSM-R und FRMCS ermöglichen, bis eine vollständige Migration auf Letzteres realisierbar ist.

Wie eine FRMCS-fähige Infrastruktur entwickelt wird


HUBER+SUHNER ist der Ansicht, dass der Aufbau einer FRMCS-fähigen Infrastruktur mit der Stärkung der grundlegenden Schienennetz-Elemente wie Glasfaser, HF-Komponenten und Verbindungssysteme beginnt, die weitaus höhere Datenmengen übertragen müssen, als dies mit GSM-R aktuell möglich ist. 


Da es sich bei FRMCS um ein 5G-basiertes System handelt, benötigen Bahnbetreiber modernste, glasfaserstarke Kernnetze und Verkabelungen sowie robuste Komponenten, die höhere Frequenzen und eine für den Betrieb unverzichtbare Zuverlässigkeit ermöglichen. Dazu gehören modulare, zukunftssichere Architekturen, die es Bahnbetreibern ermöglichen, die Kapazität zu skalieren, neue Anwendungen zu integrieren und auch bei steigenden Anforderungen eine zuverlässige Leistung aufrechtzuerhalten. 


Ein Element jedoch, das die Technologie sowohl während als auch nach der vollständigen Umstellung aufnehmen kann, wird für die Funktionsfähigkeit von FRMCS von entscheidender Bedeutung sein: Antennen.

Wie unterstützt HUBER+SUHNER die Umstellung zu FRMCS?


Das Know-how von HUBER+SUHNER auf dem Gebiet der Bahnlösungen hat im Jahr 2025 zur Einführung eines Portfolios an SENCITY® SC Panel-Streckenantennen geführt, das den langen Parallelbetrieb von GSM-R und FRMCS überbrücken soll. Das Sortiment umfasst sowohl reine GSM-R-Antennen (900 MHz) für Länder, in denen noch ältere Systeme eingeführt werden, als auch Dualband-GSM-R/FRMCS-Antennen (900 MHz und 1.900 MHz), die es Bahnbetreibern ermöglichen, GSM-R bereits heute einzusetzen und gleichzeitig vollständig auf FRMCS vorbereitet zu sein, ohne Hardware austauschen zu müssen. 


Ausschlaggebend ist, dass diese Dualband-Modelle dieselbe bauliche Geometrie und dieselben Windlastmerkmale wie die reinen GSM-R-Versionen aufweisen, sodass Bahnbetreiber Standorte auch dann aufrüsten können, wenn aufgrund von Belastungsgrenzen des Mastes keine zusätzlichen Antennen angebracht werden können. 


Im März haben wir zudem eine reine FRMCS-fähige SENCITY® SC Panel-Antenne auf den Markt gebracht, um Kunden bei der ab 2028 anstehenden vollständigen Einführung zu unterstützen. Während sich FRMCS noch in der Testphase befindet, haben wir bereits eine 2-Port- und eine 4-Port-Version dieser Antenne auf den Markt gebracht, die den wachsenden Erwartungen des Marktes an private Netzwerke der nächsten Generation gerecht werden sollen. 


Diese Antenne verfügt über einen integrierten RET (Remote Electrical Tilt) für den Frequenzbereich zwischen 1.710 und 2.170 MHz und bietet Dual-Polarisation sowie eine Halbwertsbreite von 33°. Mit dieser Lösung werden Betreiber einen Signalgewinn von 20 dBi für ihre Bahnnetze erzielen.

GSM-R heute mit FRMCS von morgen verbinden


Die Umstellung auf FRMCS ist einer der bedeutendsten technologischen Umbrüche, denen sich die Bahnbranche seit Jahrzehnten gegenübersieht.  Während sich die Betreiber auf die Umstellung von GSM-R auf die nächste Generation der Bahnkommunikation vorbereiten, benötigen sie einen zuverlässigen Partner, der ihnen eine vollständige, zukunftsfähige Netzwerklösung und nicht nur einzelne Komponenten liefern kann. 


Aufbauend auf jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich der Bahnkommunikation bietet HUBER+SUHNER ein umfassendes Portfolio an FRMCS-Anwendungen, das Antennen, HF-Verteilung und Glasfaserverbindungen, Stromverkabelung, Schutzlösungen sowie mastmontierte Einheiten und mechanische Infrastruktur umfasst. Gemeinsam bilden diese Technologien ein integriertes Ökosystem, das eine zuverlässige und leistungsstarke Kommunikation entlang der Strecke gewährleistet und gleichzeitig einen reibungslosen Übergang während der Phase der Koexistenz von GSM-R und FRMCS ermöglicht. 


Dieser durchgängige Ansatz zeigt sich bereits im laufenden MORANE-2-Projekt, bei dem wir gemeinsam mit Kontron Transportation und ADIF an einer der wichtigsten FRMCS-Initiativen Europas mitwirken. Für dieses Projekt lieferte HUBER+SUHNER die komplette streckenseitige Netzwerkinfrastruktur, die die Funksysteme entlang der Strecke mit dem Netzwerk verbindet und die für die Bahnkommunikation der nächsten Generation erforderliche Strom-, Glasfaser- und HF-Infrastruktur bereitstellt. 


Durch die Kombination bewährter Produkte mit umfassender Systemkompetenz unterstützt HUBER+SUHNER Bahnbetreiber dabei, die Implementierung zu vereinfachen, Netzzuverlässigkeit zu steigern und einen gangbaren Weg zur vollständigen FRMCS- Implementierung aufzuzeigen.

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