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Von Reststoffen zu Wertstoffen: verantwortungsvoller Ressourceneinsatz bei HUBER+SUHNER

23.06.2026

Verfasst von 

Corporate Communications

Um im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit eine sinnvolle und messbare Wirkung zu erzielen, braucht es mehr als gute Absichten. Dank unserem Fokus auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen setzt HUBER+SUHNER konkrete Massnahmen um indem wiederverwertbare Rohstoffe zurückgewonnen und wieder in die Wertschöpfungskette eingeführt werden.


Dies beginnt direkt in der Produktion, wie Recyclinginitiativen an den Unternehmensstandorten Pfäffikon ZH und Herisau in der Schweiz zeigen.

Brass bars in Herisau
Messingstangen, welche zur  Produktion von Verbindern in Herisau gebraucht werden 

Obwohl die beiden Standorte unterschiedliche Fertigungsprozesse haben – in Pfäffikon werden hauptsächlich Niederfrequenzkabel produziert, während in Herisau unter anderem Fiberopitkkabel und Verbinder hergestellt werden –, verfolgen sie bei ihren Recyclingaktivitäten dasselbe Prinzip: Materialien möglichst hochwertig im Kreislauf zu halten.


Damit leisten sie einen Beitrag zur Ressourceneffizienz – einer strategischen Priorität bei HUBER+SUHNER. Der effiziente Einsatz von Materialien und Energie, ein höherer Anteil an Abfällen, die nicht entsorgt werden müssen, sowie eine geringere Abhängigkeit von Deponierung und Verbrennung.



Pfäffikon: Kupferreste und andere Materialien zurückgewinnen

Kupfer ist für die Herstellung von HUBER+SUHNER Kabeln, die vor allem in den Märkten Bahntechnik, Automobil und Industrie eingesetzt werden, unverzichtbar. Gleichzeitig verursacht das Metall einen erheblichen CO2-Fussabdruck: Kupfer ist für rund 0.2 bis 0.3% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Für das Unternehmen ist es einer der grössten Verursacher von Treibhausgasemissionen.


Auch wenn der jährliche Verbrauch von über 7’000 Tonnen Kupferstangen bei HUBER+SUHNER im globalen Vergleich nur einen sehr kleinen Anteil ausmacht, setzen wir uns dafür ein, Kupfer mit hohen Rückgewinnungsquoten zu recyclen und den Rohstoff in der Wertschöpfungskette zu halten. Voraussetzung dafür ist eine konsequente Trennung der Materialien vor Ort, erklären HUBER+SUHNER Process Engineer Martin Kaspar und André Wermelinger, Head of Operations am Produktionsstandort Pfäffikon.


„Bei der Kabelherstellung werden prozessbedingte Kupferreste sauber getrennt, um Verunreinigungen zu vermeiden. Die Reinheit des Kupfers ist entscheidend, da sie den Recyclingwert bestimmt und die Anforderungen unserer zertifizierten Recyclingpartner erfüllen muss“, sagt Kaspar.


Der sortenreine Kupferschrott des Unternehmens wird von einem Recyclingpartner abgeholt und wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Das ist ein grosser Vorteil, denn Kupfer eignet sich besonders gut für die Kreislaufwirtschaft: HUBER+SUHNER hat deshalb zum ersten Mal gewisse Bahn- und Automobilkabel aus 100 Prozent recyceltem Kupfer eingeführt, die im Durchschnitt einen um 50 Prozent tieferen CO2-Fussabdruck aufweisen und gleichzeitig die hohen Branchenstandards sowie die Leistungsanforderungen erfüllen.

Über Metalle hinaus

Die Recyclingaktivitäten am Standort Pfäffikon gehen über Kupfer hinaus. Dazu gehören auch Abfälle, die bei der Produktion von zehn verschiedener Kabelcompounds für Isolation, Mantel und funktionale Schichten entstehen. Die Rohstoffe für die Compounds werden gewogen, gemischt, geschmolzen und zu 3 mm grossen Granulatkörner geformt; jede Charge wird anschliessend einer umfassenden Qualitätskontrolle unterzogen.


Das Extrudieren in der Kabelherstellung erzeugt Compound-Abfälle, die gesammelt werden. Einer unserer Compounds wird einem externen Partner zum Recycling übergeben, wo er aufbereitet und für spezifische Anwendungen – beispielsweise als Füllmaterial – in der Kabelproduktion wiederverwendet wird. Compound-Abfälle, die nicht wiederaufbereitet werden, werden thermisch verwertet.

Compound material ready to use in Pfäffikon facilites
Einsatzbereites Compound am Standort Pfäffikon
Used compound in Pfäffikon
Gesammelter und wiederaufbereitbarer Compound-Abfall

Herisau: Präzision trifft Wiederaufbereitung

Recycling ist für HUBER+SUHNER nichts Neues: Das Unternehmen recycelt Materialien seit 1982. Heute werden Rohmaterialien wie Messing, Eisen, Kupfer und Aluminium routinemässig getrennt und sortenrein recycelt, wie Lukas Heuscher und Ralph Schindler aus dem Logistikteam am Standort Herisau erklären.

 

Das Messingrecycling ist ein gutes Beispiel dafür, wie der Standort Herisau zur Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens beiträgt. Vor Ort werden unter anderem Board-to-Board-Verbinder, BNC-Muttern und deren Komponenten sowie Verbindergehäuse aus Messing gefertigt. Obwohl Präzisionstechnik und mechanische Bearbeitung darauf ausgerichtet sind, Abfälle zu reduzieren, entstehen beim spanenden Fertigungsprozess Messingspäne.


„Bei der Herstellung messingbasierter Verbinder fallen alle sechs bis acht Wochen rund 25 Tonnen recyclierbare Messingspäne an“, erklärt Heuscher. „Ein Partnerunternehmen holt die Späne ab und liefert sie an unsere Zulieferer zur Wiederaufbereitung. Dort werden sie erneut zu Rundmessingstangen und Draht verarbeitet und so wieder in die Wertschöpfungskette von HUBER+SUHNER zurückgeführt.“


Seit 2008 verfügt HUBER+SUHNER bei den Lieferanten über ein UMA-Konto, ein Gutschriftenkonto für die Umarbeitung der Späne. Damit lassen sich Kosten- und Materialeffizienz deutlich steigern. Im Jahr 2025 betrug die Menge an recycliertem Messing 242’500 kg.

Ein strategischer Ansatz

Die Beispiele aus Pfäffikon und Herisau zeigen, wie HUBER+SUHNER einerseits Produktionsabfälle wieder in den Herstellungsprozess zurückführt (in-process) und andererseits während des Herstellungsprozesses vom Abfallstrom trennt (post-industrial). Die Mitarbeitenden in der Produktion sowie das Netzwerk aus erfahrenen Liefer- und Recyclingpartnern leisten einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit Ressourcen und zum Kreislaufwirtschaftsansatz des Unternehmens, wodurch die Abhängigkeit von neuen Rohstoffen sinkt. Gleichzeitig steigt die Kosteneffizienz, während HUBER+SUHNER weiterhin leistungsfähige Produkte in bewährter Qualität liefert.

Small brass connectors being produced in Herisau
Präzisionsgefertigte kleine Messingverbinder am Standort Herisau
Brass scrap from production
Gesammelte Messingspäne zum Recycling und zur Wiederverwertung

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